Der Türke unterwirft Ungarn

Die Türken kamen als Eroberer und als Fanatische Feinde des Christentums nach Europa. Ihrem wilden Glaubenseifer und Kampfgeist konnte das in kleine Staaten zersplitterte Europa, besonders auf dem Balkan, kaum Widerstand leisten. Nach dem Sieg der Türken über die Serben 1389 und 1443 über die Ungarn auf der Amselfelder Talebene, serbisch Kossowo Polje, in Altserbien, musste Ungarn den Schutz Mitteleuropas übernehmen. Es wehrte sich verzweifelt jahrzehntelang gegen die wilden Eroberer. Uneinig, wie das Land damals war und durch die Bauernaufstände geschwächt, hatte es allein nicht die Kraft, die Gefahr zu Bannen. „Mein Land, einmal das mächtigste Bollwerk des Christentums“ so schrieb tief erschüttert König Ludwig II. An den Papst Klemens 8. Im Jahre 1526 „liegt jetzt brach und zerrüttet. Ich bin auf das Schlimmste gefasst.“

In der Schlacht bei Mochatsch am 29. August 1526 siegten die Türken. Der ungarische König Ludwig II., der Erzbischof von Kalotscha, sieben Prälaten, 28 Magnaten, 500 Edelleute und viele andere Würdenträger des ungarischen Staates und 22000 Mann blieben auf dem Schlachtfeld. Vor der Türkenherrschaft lebten in den Städten Ungarns deutsche Handwerker und Kaufleute. Auch sie haben in der ganzen Zeit der Türkenbedrängnis ihre Pflicht in der Verteidigung des Landes erfüllt und reichlich Opfer an Gut und Blut gebracht. Für die Schlacht bei Mochatsch stellte das damals noch rein deutsche Ödenburg 100 Soldaten und zwei Kanonen.

Nach der ungarischen Niederlage bei Mochatsch hinderte die Türken nichts mehr an der Besitzergreifung Ungarns. Auch die Festung Großbetschkerek am 25.09.1551 und Temeschwar am 27.07.1552 werden von den Türken erobert. Das Land war in der mehr als 150 Jahre andauernden Türkenherrschaft der Verwilderung preisgegeben. Die Christen waren rechtlos, viele wurden in die Sklaverei verschleppt. Gesunde Christenkinder wurden in der Türkei zu fanatischen und tapferen Kämpfern, Janitscharen, erzogen. Um das Leben zu retten, gab man Besitz und Heimat auf und flüchtete vor den Türken nach Norden oder Westen. Die zurückgebliebenen, rechtlosen Christen mussten im Türkenreich verwildern, und das entvölkerte Land verfiel und verkam.


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