Doch kehren wir nun wieder zu den Ansiedlungen zurück. Bei der Mariatheresianischen Ansiedlung sind zwei Perioden zu unterscheiden: Der erste Zeitabschnitt von 1763 bis 1770, der zweite Zeitabschnitt von 1771 bis 1780. Der jungen 23-jährigen Kaiserin Maria Theresia (1740 – 1780) war die Ansiedlung eine Herzenssache. In der ersten Hälfte Ihrer Regierung war sie nur spärlich; denn der Erbfolgekrieg kostet ihr viel Geld und Einbuße an Menschen. Sie befasste sich mit ihr nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus religiösen Überlegungen; sie wollte nicht nur die Wirtschaftskraft des Landes heben, sie wollte aus Liebe zu Gott und ihren Mitmenschen möglichst vielen hilfsbedürftigen Untertanen eine Lebensexistenz sichern. Der dritte Türkeneinbruch sowie die Pest hatten die Gebiete Südungarns derart entvölkert, dass man an eine neue umfangreichere Ansiedlung denken musste. Nach der Auflösung der Theiß – Maroscher Militärgrenze wollte sich weiterhin ein Teil der serbischen Bevölkerung dem Militärdienst innerhalb der Militärgrenze an der südlichen Donau widmen und wurden deshalb nach Syrmien umgesiedelt. Ein Teil der unzufriedenen Serben aus dem Banat, Kroatien und Batschka schlossen sich den Theiß – Maroscher Grenzern an, etwa 30000 an der Zahl, wanderten unter Führung der Kapitäne Tököly und Horwath 1751 nach Russland und ließen sich in die Bezirke Kiew Otschakowa nieder. Durch die Abwanderung der Serben verringerte sich die Bevölkerungszahl in Südungarn noch mehr. Um eine größere, neue Ansiedlung zu ermöglichen, zogen Werber nach Bayern, in die oberrheinisch – fränkische Gegend (wie Kraus mit Sitz in Worms), sowie nach Württemberg, Hessen, Nassau, Rheinpfalz und dort wurden hauptsächlich die ärmeren Bevölkerungsschichten für das entvölkerte fruchtbare Südungarn angeworben. Die Sammelstellen der Kolonisten waren Ulm, Donauwörth, Neuburg/Donau, Günzburg, Regensburg, von dort wurden sie mit Schiffen, den „Ulmer Schachteln“, auf der Donau nach Wien, Ofen, Peterwardein, Pantschowa gebracht. Die eigentliche groß angelegte staatliche Ansiedlung Südungarns beginnt erst nach dem Frieden zu Aachen vom 18. November 1748, mit dem der Österreichische Erbfolgekrieg beendet wurde. Von November 1748 bis April 1749 sind nur 900 deutsche Kolonisten in das Banat gekommen. In dieser Zeit haben manche ungarischen Großgrundbesitzer die Schiffe auf der Donau angehalten (Ofen, Apatin, Neusatz) und die deutschen Einwanderer mit vielen Versprechungen zu sich gelockt. Der größte Teil von ihnen kam aber in Pantschowa an. Von hier aus wurden die Auswanderer dann nördlich von Temeschwar auf Praedien der „Heide“ angesiedelt. Ihre Niederlassung und ihre Aufbauarbeit war, wie es die Ungarn später selbst bestätigten, von großem Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Südungarns. Während des Siebenjährigen Krieges 1756 – 1763 trat in der Ansiedlungstätigkeit eine weitere Stockung ein, besonders die Einwanderung deutscher Ansiedler wurde spärlicher, während sich die Zahl inländischer Kolonisten mehrte. Ursache war der Streit zwischen den Prädienkompanien unter dem Grafen Perlaß spanisch-kroatischer Abstammung und der Impopulationsadministration unter dem Landesregierungsrat Hildebrand. Durch den Frieden von Hubertusberg 1763 zog wieder Ruhe ins Land. Mit heißem Dank zu Gott gegrüßte die Kaiserin Maria Theresia nach sieben Kriegsjahren den Friedensschluss. Wie oft, schrieb sie, habe ich an die armen Frauen gedacht, denen man mit Gewalt ihre Söhne nimmt. Was ist der Krieg für ein schlimmes Handwerk! Er ist gegen die Menschlichkeit und gegen das Glück“. Sie hasste den Krieg, weil sie die Menschen liebte, ihren Mann, Herzog Franz von Lothringen, ihre sechzehn Kinder, ihre Völker. Als sorgende Landesmutter hatte sie viel Gutes getan. Sie erleichterte das Los der hörigen Bauern, gerechter ließ sie die Steuerlast verteilen und sorgte dafür, dass im ganzen Lande ordentliche Schulen für alle Kinder eingerichtet wurden. Sie war als erste bereit, die während des Krieges unterbrochene Ansiedlung unserer Ahnen wieder aufzunehmen, zu fördern und recht vielen Familien ein Heim zu geben. Der zweite Zeitabschnitt Mariatheresianischen Ansiedlung, als die Spättheresianische Ansiedlung bekannt, begann. Sie ist zugleich die größte Kolonisierung und wurde von einer besonderen Kolonial – Kommission geleitet, die am 25.2.1763 von der Kaiserin eigens eine Impopulations – Hauptinstruktion (Bevölkerung – Hauptvorschrift) erhielt, nach welcher selbe vorzugehen hatte. Diese Instruktion beinhaltete folgende Hauptpunkte:
- Das ganze Land muss genau aufgenommen werden.
- Die bei den bereits vorhandenen Ortschaften noch übrigen Gründe sind durch Zubauten an Kolonisten zu übergeben, und zwar so, dass zu jedem Dorf dieselben entsprechenden Ansiedler von derselben Nation und Gegend zugeteilt werden.
- Die zu bevölkernden Prädien, Pußten sind sorgsam auszuwählen, d.h. nur diejenigen sind zu bevölkern, die den Waldungen und dem Wasser am nächsten liegen, eine vorteilhafte Lage, nebst guter Luft und frisches, gesundes Trinkwasser haben.
- In der Mitte der anzulegenden Dörfer werden die Bauplätze für die Kirche, das Pfarr- Schul- und Wirtshaus bezeichnet, ebenso in jeder Gasse sind einige öffentliche Brunnen zu graben.
- Die Hauptgassen müssen 18 -20 Klafter (35,16 m – 38,40 m), die Quergasse 6 -8 Klafter (11,52 m – 15,36 m) breit sein (1 Fuß = 0,32 m, 1 Klafter = 6 Fuß = 1,92 m)
- Die Gründe eines Dorfes können in ganze, halbe und viertel Bauerngründe eingeteilt werden. Der ganze Bauerngrund ist mit 37 Joch davon 24 Joch Äcker, 6 Joch Wiesen, 6 Joch Weide und 1 Joch Bauplatz; der halbe Bauerngrund ist mit 21 Joch also 12 Joch Äcker, 4 Joch Wiesen, 4 Joch Weiden und 1 Joch Hausplatz und der viertel Bauerngrund ist mit 13 Jochen also 6 Joch Äcker, 3 Joch Wiesen , 3 Joch Weiden und 1 Joch Hausplatz zu vermessen ( 1 Joch = 1600 Quadratklafter = 0,5755 ha. oder 57,55 a). Außerdem soll zu den Wiesen und der Weide je ein Stück Feld für das Vieh des Pfarrers, Lehrers, Wirtes, Fleischers und der Handwerker hinzugefügt werden.
- Jedes Dorf hat einen Schulzen (Richter – Bürgermeister) mit einem Geschworenen zu wählen. Ersterer erhält während der drei Freijahre jährlich 24 fl. Und hat die Dorfrechnungen nebst den Abgabenlisten usw. zu führen, letztere aber erhalten je 12 fl., dem Kleinrichter (Gemeindediener) werden jährlich 10 fl. Verabreicht. In jedem Ort ist ein Schulmeister (Lehrer) anzustellen und demselben aus der Gemeindekasse jährlich 60 fl. Besoldung zu bezahlen.
- Die Instruktion bestimmt, dass jeder Hausbesitzer außer den in seinem Garten zu pflanzenden Obstbäumen vor seinem Hause auf der Gasse und in seinem Hofe mindestens 20 Stück Pappel-, Felber-, und Maulbeerbäume für Seidenraupenzucht setzen und für ihr Wachstum sorgen soll. Die Kolonisten erhielten bei ihrer Ansiedlung von der Regierung gegen Rückzahlung: 12 fl. Reisegeld, für Hausbau 155 fl. für Anschaffung und Vieh und Requisiten 170 fl. für Verpflegung und Anschaffung von Futter usw. 40 – 45 fl. zusammen etwa 380 – 420 fl. W. W.(Wiener Währung). Die Summe mussten die Siedler wohl rückvergüten, waren dafür aber 10 Jahre hindurch von allen Abgaben befreit.
Im Januar des Jahres 1764 richtete die Hofkammer eine Anfrage an die Leitungen der Kriegsinvalidenheime in Wien, Budapest und Pettau (Ptuj) wegen den Niederlassung von Kriegsversehrten und ausgedienten Soldaten der letzten Kriege. Diese sollten außer den Begünstigungen, die den Kolonisten damals gewährt wurden, noch ein Geschenk von 10 – 12 fl. für Reis und Zehrung erhalten. Auf diesen Antrag schlug der Kriegsrat am 4.März 1764 die Niederlassung von 800 Dragonern in der Pantschowaer Gegend vor. Das waren Soldaten – Dörfer. Um besser wirtschaftliche Erfolge erreichen zu können, wurden ihnen mit dem „Brautschiff“ heiratslustige Mädchen und Witwen aus dem Reich gebracht. Bereits im Jahre des Abschlusses des Siebenjährigen Krieges 1763 waren 432 Familien aus Westdeutschland im Banat eingetroffen. 1764 waren es schon 541 Einwanderer. Aber erst in den folgenden Jahren begann sich das 1763 erlassene Ansiedlungspatent auszuwirken. 1765 trafen bereits 1035 Familien ein, im nächsten Jahr das Doppelte. Angesichts dieses unerwarteten Zustromes sahen sich die Wiener und Temeschwarer Regierungsstellen veranlasst, einen schnell anwendbaren Plan zur Unterbringung der Kolonisten aufzustellen. Im Sinne des Ansiedlungsplanes wurden in der Zeit von 1763 – 1773 durch die Zivilpräsidenten Graf Perlaß – Villana (1753 – 1768) und Graf Karl von Clary und Altringen (1769 – 1774) nicht bloß die aus dem Reiche stammenden Ansiedler, sondern auch die so genannten Inhabitations – Ansiedler (worunter schon angesiedelte Ungarn, Serben und Rumänen verstanden sind) in Südungarn untergebracht. In dieser Zeit wurden auch die Kolonistenschübe oder Umsiedlungen im nordwestlichen Banat der Marosch entlang durchgeführt. Die Kaiserin bestimmte, dass das gesamte Gebiet zwischen den drei Festungen Arad, Temeschwar und Szegedin mit deutschen katholischen Kolonisten besiedelt werden sollte, und zwar geschlossen unter sich, „weilen es wider die allerhöchste Gesinnung lautete, Rumänen unter die Deutschen zu mischen“, damit man bei einem möglichen Türkenkrieg hier nur sichere Untertanen habe. Der erste inländische Schub ist aus dem Jahre 1760 bekannt. Die Serben aus Szige a. d. Marosch wurden nach Tomaschewatz umgesiedelt. In Rekasch bestanden, nachdem es 1726 angesiedelt worden war, im Jahre 1740 drei getrennte Gemeinden nebeneinander: Deutsch, Rumänisch, und Schokatzisch Rekasch. Während zwischen den Deutschen und katholischen Schokatzen ein leidliches Verhältnis bestanden zu haben scheint, konnten sich Deutsche und Rumänen hier nicht vertragen. Deswegen wurden die Rumänen der Marosch entlang 1764 nach Etschka, Sartscha, Jankowmost, (Jankahid) und Torak abgeschoben. Aber noch 1766 müssen Rumänen vorhanden gewesen sein, denn am 19.Juni d. J. schlägt die Landesadministration zu Temeschwar vor, dass die 40 rumänischen Familien nach Klek (Altdorf) umzusiedeln und an ihrer Stelle weitere 50 deutsche Familien anzusiedeln wären. Der Vorschlag wurde genehmigt. So wurden auch die Rumänen von Sefdi, Schöndorf und Torak transferiert. Viele Serben übersiedelten in der Zeit 1775 – 1778 von Kikinda, Mokrin, Karlowa, Melenaz, Kuman in die Militärgrenze. So bekam Botosch, dass an die Militärgrenze angeschlossen wurde, in dieser Zeit 460 serbische Familien. Die Binnenumsiedlung war gleichzeitig die Gründung unserer rumänischen Nachbarortschaften. Nun wieder zurück zur Einwanderung der Deutschen im Banat. Die Einwanderer, meist Bauern, unter ihnen auch Handwerker, stammten aus allen Teilen des deutschen Reiches, besonders aber aus Lothringen, Elsaß, Trier, Breisgau, Fürstenberg, aus dem Schwarzwald, aus der Pfalz, aus Luxemburg, Nassau, Schwaben, Bamberg, Bayern, Tirol usw. Die aus verschiedenen Teilen Deutschlands stammenden Ansiedler behielten auch in der neuen Heimat ihre Mundart bei. Man war bestrebt, die Landsleute derselben Gegend womöglich beisammenzulassen. Darum bestand auch die Verschiedenheit in der Sprache und Trachten bei dem Deutschen Südungarns. Gemäß dem Ansiedlungsplanes sollten zehn Jahre hindurch jährlich 200000 fl., also in einem Gesamtbetrag von zwei Millionen Gulden zu Kolonisierungszwecken verwendet werden, was wohl eine den damaligen Verhältnissen gemäß hohe Summe war. Für dieses Geld wurden über 100 schöne Orte angelegt und dem Lande weit über500 000 fleißige Hände gewonnen, welche berufen waren, die Gestrüppe, Waldungen, Sümpfe und Moräste des verwahrlosten Landes in eine Kornkammer zu verwandeln, was auch wirklich, und zwar in kurzer Zeit, erreicht wurde. Die Finanznot des Siebenjährigen Krieges gefährdete die bisherigen Investitionen. Erst als Joseph II. 1765 sein großes väterliches Erbteil dem Staate überließ, konnten die Staatsfinanzen saniert werden. Den Höhepunkt der Einwanderung erreichte man in den Jahren 1768 – 1771, wie die folgende Zusammenstellung ausweist. Es wanderten ein:
- im Jahre 1768: 462 Familien mit 1888 Personen
- im Jahre 1768: 815 Familien mit 3124 Personen
- im Jahre 1770:3215 Familien mit 10292 Personen
- im Jahre 1771: 387 Familien mit 1585 Personen
Zusammen: 4879 Familien mit 16 889 Personen. Die Ansiedler fanden sich so zahlreich ein, dass man dem Andrang Einhalt gebieten musste. Die Einwohnerzahl des Banats mit der Militärgrenze stieg auf 450 000 und so erfolgte am 13.April 1771 eine Bekanntmachung, dass in Zukunft nur solche Ansiedler aufgenommen werden, die Reisekosten eigens bezahlen und das Vieh und Ackergeräte selbst beschaffen können. Trotzdem wurden im Jahre 1773 abermals 1385 Familien mit 5568 Personen auf Kameralkosten aufgenommen (wahrscheinlich in die Militärgrenze). Auf eigene Kosten sind in einem Zeitraum von fünf Jahren (1772 – 1776) bloß 67 Familien mit 364 Personen eingewandert. Zur Übersicht sind hier noch jene Orte, welche in der Zeit 1766 – 1772 ganz neu erbaut wurden mit Angabe der Häuserzahl und wenn möglich, dem Auswanderungsort bzw. Herkunftsland aufgezählt.
- 1766 Billed Deutsche mit 254 Häusern von Mainz, Trier und Lothringen. Hatzfeld Deutsche mit 405 Häuser aus Lothringen, Szakelhasa Deutsche mit 302 Häuser, Engelsbrunn Deutsche mit 106 Häuser, Schöndorf Deutsche mit 211 Häuser.
- 1767 Tschanad – Lenauheim Geburtsort des Dichters Nikolaus Lenau, mit 202 Häuser.
- 1787 mit 472 Familien aus dem Rheinland ergänzt. Groß Jetscha Deutsche mit 204 Häuser.
- 1768 Grabatz Deutsche mit 202 Häusern von Elsaß, Lothringen, Württemberg, Schwarzwald, mit den Deutschen kamen auch Franzosen und Mähren und 1767 kamen 50 Familien aus Szakelhasa
- 1769 Bogarosch Deutsche mit 201 Häuser aus Belgien, Bamberg, Elsaß Schwaben und der Rheingegend,
- 1770 Klein – Jetscha Deutsche mit 101 Häuser, Heufeld Deutsche mit 80 Häuser, Mastort Deutsche mit 80 Häuser aus Westfalen, Elsaß und Lothringen, Albrechtsflor Deutsche und Franzosen mit 80 Häuser aus Westfalen, Elsaß und Lothringen, Blumenthal Deutsche und Lothringer mit 95 Häuser und
- 1783 mit 16 Häusern, Segenthau Deutsche mit 77 Häusern. In den bisher aufgeführten Orten wurden Deutsche aus dem Reich angesiedelt.
- 1771 Sankt Hubert Franzosen und Deutsche mit 78 Häusern. Die Franzosen kamen aus Lothringen, und zwar aus der Gegend von Metz, Besancon, France – Comte und Luxemburg, die Deutschen von Mainz, Trier, Nassau, Würzburg, Ingolstadt und der Umgebung. Soltur (Seultour) Franzosen aus Lothringen mit 64 Häusern, später kamen Deutsche von der Rheingegend dazu. Wiesenhaid Deutsche mit 100 Häusern, Scharlewil (der Name kommt von der französischen Stadt, nördlich von Metz) Franzosen aus Lothringen mit 64 Häuser, später kamen noch Deutschedazu. Kreuzstätten Deutsche 65 Häusern. Lichtenwald Deutsche mit 42 Häusern, Buchberg Deutsche mit 30 Häuser, Neuhof Deutsche aus Tirol mit 30 Häuser, Altringen Deutsche mit 32 Häusern, Scharlottenburg Ansiedler aus Trient in Tirol mit 32 Häusern, Greifenthal und Königshof Deutsche mir je 30 Häusern, 1783 wurden die Bewohner von Greifenthal nach Königshof umgesiedelt.
- 1772 Triebswetter Franzosen aus Lothringen und Deutsche aus Luxemburg und Würzburg mit 203 Häusern, Gottlob Deutsche mit 203 Häusern, Ostern Franzosen und Deutsche aus Lothringen mit 52 Häusern Zusammen 31 Orte mit 3738 Häuser.
Orte, die durch Zubauten vergrößert wurden, waren:
- Neuarad 1762 mit den ersten Ansiedlern aus Elsaß, Lothringen, von 1720 – 1723; 1762 Deutsche mit 42 Häusern und 1766 Deutsche mit 82 Häusern vergrößert.
- Gutenbrunn 1720 – 1723 Deutsche 1762 – 1764 Deutsche mit 148 Häusern.
- Bessenova 1763, mit 1748 Deutsche, 1758 – 1760 Ungarn, 1763 Deutsche mit 104 Häusern 1770 ließen sich auch Franzosen nieder.
- Mercydorf Deutsche mit 143 Häusern, Sankt Peter Deutsche mit 34 Häusern, Jahrmarkt (Gyarmata) 1720 – 1723 Deutsche und Italiener und 1763 Deutsche mit 235 Häusern,
- Bruckenau wie schon erwähnt, Deutsche aus Elsaß-Lothringen mit 92 Häusern,
- Rekasch Deutsche mit 42 Häusern und 1784 – 1786 Deutsche mit 100 Häuser.
- Neupetsch Deutsche mit 9 Häusern und 1787 aus dem Rheinland 79 Familien.
- Werschetz Nach dem zweiten Türkenkrieg bestand Werschetz nur mehr aus 70 Häusern. Schon 1718 ließen sich die ersten Deutschen nieder. Neben Serbisch Werschetz wurden 1723 deutsche Weinbauern aus der Moselgegend in Deutsch Werschetz in drei Straßen angesiedelt. Seit 1720 bestand schon die r.k. Pfarrei. 1727 konnten die Kinder in der deutschen Schule Unterricht erhalten und 1728 war die erste r.k. Kirche aus Ziegelsteinen erbaut. Im dritten Türkenkrieg 1738 – 1739 mussten die Deutschen fliehen und die Rumänen raubten und zerstörten die Siedlung, dazu kam noch die Pest, die viele Opfer forderte. Im Jahre 1949 wurde Werschetz wieder serbischer Bischofssitz und danach ließen sich viele serbische Ansiedler nieder. In der Zeit der zweiten Pestseuche 1763 griffen die Werschetzer zur Selbsthilfe, in dem sie ihre Ortsgrenzen bewachten und keinen Fremden in die Ansiedlung ließen. Im selben Jahr hat sich Werschetz durch 30 Häuser mit deutschen Ansiedlern vergrößert. Auch zur Selbsthilfe griffen die Deutschen beim vierten und letzten Türkeneinfall 1788. Die kaiserlichen Truppen zogen sich bis Temeschwar zurück und befohlen den Werschetzern zu flüchten. Es blieben aber 75 entschlossene deutsche Männer zur Verteidigung freiwillig zurück. Ihr Anführer war der Weinbauer Jakob Hennemann. Unter Vortäuschung von Wachablösung, Trommeln, Glockenläuten, rauchenden Schornsteinen usw., Werschetz sei von kaiserlichen Truppen besetzt, hielten die 75 Männer vom 21.September bis 18.Oktober die Türken fern. Die Türken wurden vertrieben und von der Donau bis Temeschwar vernichteten sie damals 147 aufblühende Siedlungen. Werschetz blieb durch die List tapferer Männer von der Türkenzerstörung verschont. Hennemann wurde wegen des Einsatzes geadelt, den anderen Bauern verlieh man Orden, und sie blieben auf Lebenszeit steuerfrei. Diese Tat ist in der heutigen 1860 – 1863 erbauten r.k. Kirche auf einer Freske (Wandbild) dargestellt. 1792 zählte Werschetz 5212 Serben und Rumänen, 3145 Deutsche und 45 Juden, drei Jahre später erhob man Werschetz zur Stadt. Im Jahre 1854 wurde die Deutsche Lehrerpräprandie eröffnet und nach zwanzig Jahren von den Ungarn geschlossen. Die Hauptbeschäftigung der Werschetzer Bauern war stets der Weinbau. Um die letzte Jahrhundertwende zählte die aufstrebende Stadt 25 199 Seelen, davon 13 387 Deutsche, 8112 Serben, 2635 Ungarn und 753 Rumänen. Durch die Teilung Banats 1918 ist Werschetz zu einer Grenzstadt geworden, und daher konnte sie sich nicht mehr recht wirtschaftlich entfalten, blieb aber weiterhin für die Deutschen das geistige und politische Zentrum des jungen Banats.
- Kudritz Deutsche mit 5 Häusern,
- Weißkirchen Deutsche mit 4 Häusern, der Ort wurde 1738 von Rumänen und 1788 von Türken vernichtet.
- Lugosch Deutsche mit 9 Häusern.
- Temeschwarer Kalköfen Deutsche mit 20 Häusern, 1764
- Andreas die ersten Deutschen treffen 1748 – 1749 ein, 1764 Deutsche mit 31 Häusern, 1766 kamen französische Siedler, 1772 wird der Ort mit 42 deutschen Familien vergrößert und 1784 – 1786 kommen 140 deutsche Familien dazu.
- Saderlach Graf Mercy siedelte 1720 – 1730 Deutsche an und 1764 kamen Deutsche mit 5 Häusern dazu.
- Freidorf zwischen 1720 und 1730 besiedelten Deutsche den Ort und 1764 Deutsche mit 19 Häusern.
- Lippa schon 1699 herum wurden deutsche Kriegsversehrte angesiedelt, die ersten deutschen Siedler treffen 1724 ein, weitere deutsche Siedler kommen in den Jahren 1724 1736, 1749 und 1764 wird der Ort durch 71 Häuser vergrößert und von 1770 bis 1775 ließen sich weitere deutsche Ansiedler nieder.
- Detta Deutsche mit 21 Häusern,
- Mehadia Deutsche mit 4 Häusern.
- Großbetschkerek Deutsche mit 4 Häusern.
- Perjamosch: Die ersten Ansiedler kommen 1724 von der Rhein- und Moselgegend, 1749 treffen Deutsche aus Lothringen ein und 1764 – 1765 wird der Ort mit 74 Häusern vergrößert.
- Neudorf 1765 Deutsche mit 148 Häusern.
- Groß Sankt Nikolaus 1752 kommen die ersten 40 deutschen Familien und 1765 vergrößern Deutsche den Ort mit 152 Häusern.
- Tschanad (Deutschtschanad) Deutsche mit 139 Häusern
- Tschakowa: Schon 1722 hat man deutsche Handwerker angesiedelt, 1724 kamen etwa 30 – 40 deutsche Familien dazu, 1733 ließen sich Italiener nieder und 1744 kommen erneut 30 deutsche Familien in den Ort. Im Jahre 1766 kommen 5, 1776 weitere deutsche Siedler, 1784 – 1786 wieder 16 deutsche Familien, 1791 treffen von Oberungarn 28 slowakische Familien ein. 1767 Fatscher Deutsche mit 35 Häusern.
- Lowrin: Im Jahre 1760 herum siedelten sich Serben an, die unter Militärverwaltung standen, 1767 vergrößerten den Ort Deutsche mit 25 Häusern und 1777 ließen sich Bulgaren nieder, sie standen aber nicht im Militärdienst. Aus Elsaß und Lothringen kommen 1785 deutsche Siedler, bauten sich Häuser in der „Neuen Straße“, waren 10 Jahre steuerfrei, Mussten aber in Kriegszeiten Fuhrdienst leisten, Heu und Hafer abliefern. Es ließen sich noch weitere deutsche Ansiedler aus der Umgebung und aus Deutsch Tschanad nieder. Die Serben und Bulgaren konnten sich mit den Deutschen nicht vertragen, die Serben zogen deshalb früher weg und die Bulgaren wanderten 1791 – 1792 nach Subotitza in der Batschka.
- Gertyamosch: Die im Jahre 1778 angesiedelten Serben und Rumänen waren größtenteils Holzarbeiter und wegen Holzmangel wanderten sie ab. An ihre Stelle kommen 1784, 18 deutsche junge Ehepaare aus Hatzfeld. 1784 treffen abermals 15 deutsche Familien aus Hatzfeld ein. Im selben Jahr wird der Ort mit 66 Häusern vergrößert. Die Ansiedler sind Deutsche aus Luxemburg und aus dem Schwarzwald. 1787 werden noch 66 deutsche aus dem Rheinland angesiedelt.
Die 29 Ortschaften wurden mit 1711 Häusern erweitert. Csanader Bezirkskontrolleur Baron Lafft, Impopulationsdirektor Hildebrand, der Beamte des Lippaer Salzamtes Neumann und der Temeschwarer Bezirksschef Knoll planten diese Ansiedlungen und führten sie abschließend durch. Sie haben sich große Verdienste in der Ansiedlungsgeschichte des Banats erworben. In der Batschka war der Leiter der deutschen Kolonisation Cothmann. Im Jahre 1774 erhielten die Serben bei Kikinda mehr bürgerliche und die Bewohner der Militärgrenzgebiete im Osten und Süden freie militärische Selbstverwaltung. Trotzdem beabsichtigte die Kaiserin noch im Jahre 1775, das Banat als österreichisches Herzogtum für immer an Österreich anzugliedern. Diesem Plan widersetzten sich der ungarische Adel, insbesondere Hofkanzler Graf Esterhazy, Graf Kollowart, Graf Khevenhüller und Graf Kristof Niczky mit allen Kräften. Der verlorene Siebenjährige Krieg kostete Österreich 200 Millionen Gulden. Die Regierung der Kaiserin war daher stets in Geldschwierigkeiten. Der Kaiserin wurden aus dem Banat Steuerrückstände, die man nicht mehr eintreiben konnte, sowie schlechte Verwaltung auf den Staatsgütern seitens des Grafen Perlaß gemeldet. Außerdem erhielt das kameralische Banat von Österreich jährlich eine halbe Million Gulden Staatszuschuss, um es verkehrstechnisch erschließen zu können. Die Ungarn versicherten der Kaiserin, das Banat wurde unter ungarischer Verwaltung wirtschaftliche Vorteile haben. Herzog Albert, Schwiegersohn der Kaiserin, verhalf dem ungarischen Adel die Zustimmung der Kaiserin, das Banat an Ungarn abzutreten. Am 9.November 1777 gab die Herrscherin schweren Herzens ihre Zustimmung dazu. Nach 63 jährigen Eigenständigkeit fällt das Banat am 6.Juni 1778 Ungarn zu. Zugleich übernahm Graf Niczky die Verwaltung. Er teilte das Banat in drei Komitate: Temescher. Torontaler, und Kraschoer Komitat, ersetzte die deutschen Beamten durch ungarische und führte Ungarisch als Amtssprache ein. In der Batschka begann die Einwanderung der Deutschen 1735, die ersten deutschen Familien ließen sich in Tschatalja 1735, in Neusatz 1739, in Kolut 1756, in Hodschag um 1760, in Bukin 1749, in Apatin 1750 nieder. Da Apatin der Hauptort einer großen ärarischen Domäne war, zogen die dortigen Deutschen mit der Zeit in die umliegenden, der Herrschaft zugehörigen Gemeinden ein. In den Jahren 1763 – 1768 ließen sich Deutsche in der Batschka, in Kernei und Kruschewlje aus Ungarn, in Gakowa aus Böhmen, Österreich und Deutschland, in St.Iwan. Doroslo. Filipowa. Weprowatz und Kolut ausgediente Soldaten des Siebenjährigen Krieges mit ihren Familien aus Deutschland, in Bezdan aus Mähren und Böhmen, in Kupusina ausgediente Soldaten, in Hodschag, Gajdobra aus Lothringen und einige französische Familien, in Bukin, Neupalanka und Apatin aus Deutschland und Lothringen nieder. Die Kaiserin Maria Theresia starb nach 40-jähriger segensreicher Regierung im Alter von 63 Jahren am 22.November 1780. Sie führte in ihrem ganzen Lande Reformen durch, forderte Landbau, Handel, Gewerbe und Industrie. Ihre Verdienste um das Banat waren sehr groß.