Ziel und Zweck der Ansiedlung der Deutschen

Aus allem geht hervor, dass dieses verwahrloste Gebiet, aber von der Natur jedoch reich gesegnet, in Ordnung gebracht werden musste und um es für die Kultur zu gewinnen, ein schöpferischer Geist vonnöten war. Den richtigen Mann hierzu erkannte Prinz Eugen, der edle Ritter genannt, in der Person des Grafen Klaudius Florimond Mercy, Graf Klaudius Florimond Mercy von Argenenau, General der Kavallerie, geboren 1666, trat in kaiserliche Dienste, zeichnete sich im Kriege gegen die Türken hervorragend aus und starb als Feldmarschall in der Schlacht bei Parma in Italien am 29. Juni 1734.

Prinz Eugen von Savoyen. Geboren zu Paris am 18. Oktober 1663, hatte von Jugend auf besondere Neigung für den Soldatenstand; weil er aber von schwächlichem Körperbau und unansehnlicher Gestalt war, sollte er sich dem geistigen Stand widmen, er wurde allgemein nur der kleine Abbe genannt. Als er um Aufnahme in die Armee bat, wies man ihn barsch ab, worauf er Frankreich den Rücken kehrte, und in den österreichischen Militärdienst eintrat, wo er sich durch verschiedene Waffentaten bald derart auszeichnete, dass er mit dreißig Jahren zum Feldmarschall und 1688 zum Feldmarschall – Leutnant ernannt, als solcher an der Erstürmung Belgrads teilnahm.

Noch heute lebt unter dem Volke das hierauf bezügliche „Prinz Eugenlied“, das 1718 ein bayerischer Soldat verfasste. Der unvergessliche Sieger von Senta starb, 72 Jahre alt, am 21. April 1736 in Wien als Konferenzminister, Hofkriegsratspräsident, Generalissimus des Kaisers und des Reiches und wurde dort im Stefansdom beigesetzt.

Wie schon erwähnt, wurde am 21. Juli 1718 der Friede zu Passarowitz mit der Pforte Türkei und dem Kaiser feierlich unterzeichnet. Das ist der Zeitpunkt der geistigen und materiellen Wiedergeburt des Banats. Prinz Eugen von Savoyen war der Kriegsheld, Klaudius Mercy dagegen der Friedensheld Südungarns. Prinz Eugen war der festen Überzeugung, dass nur ein Mann wie Mercy im Stand sei, das arg verwüstete und entvölkerte Gebiet von Südungarn wieder auf die Stufe der Ergiebigkeit zu bringen, weshalb er dessen Ernennung zum Gouverneur – Statthalter – veranlasste. Es war fürwahr der Geist Mercy nötig, um das Land, dessen künftige Vortrefflichkeit unter dem Schutte der Zerstörung kaum zu ahnen war, in kurzer Zeit so umzugestalten, wie dies unter der genialen Wirksamkeit Mercys der Fall war. Er gründete die Landeseinrichtungs-kommission und teilte das Temescher Banat in 4 Distrikte ein, ließ dasselbe vermessen und beschloss, die brachliegenden, mit Sumpf, Schilf oder Wald, Gestrüpp bedeckten, unbevölkerten Teile durch Kolonisation in fruchtbares Ackerland umzugestalten.

Dazu brauchte man leistungsstarke, ausdauernde Menschen, die durch Fleiß und Zähigkeit das Land wieder urbar machen sollten. Und man fand sie. Es waren unsere Vorfahren. Wie sich später erwies, fanden viele Generationen den Tot, bis aus dem Banat ein wahres Paradies wurde. Es war hauptsächlich das Werk deutscher Kolonisten. Nach Kaiser Ferdinand III. (1637 – 1757), er beendet 1648 den 30 – Jährigen Krieg, folgte Kaiser Leopold I. (1658 – 1705) und der Kaiser Josef I. (1705 – 1711) auf den Thron. Unter ihrer Regierungszeit wurden die Befreiungskriege gegen die Türken geführt. Kaiser und König Karl 6. für Ungarn der III. welcher von 1721 – 1740 regierte, seine Tochter Maria Theresia (1740 – 1780) und deren Sohn Joseph II, (1780 ? 1890) haben aus den westlichen Teilen ihres Reiches in drei Wellen Siedler ins Land gebracht. Nach dem jeweiligen Herrscher wurden die drei Hauptansiedlungswellen benannt: die Karolingische, die Therisianische und die Josephinische Welle.


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